Seit vielen Versionen sind wir unzertrennlich. Also ist es höchste Zeit, einem meiner wichtigsten Arbeitswerkzeuge einen eigenen Beitrag zu widmen: Apple Final Cut Studio.
Es war zu einer Zeit, als ambitionierte Nachwuchs-Filmer wie ich sich darüber freuten, dass das “große” Profischnittsystem AVID endlich zu erschwinglichen Preisen für einfache Windows-PCs verfügbar wurde.
Mein damaliger Geschäftspartner konfrontierte mich erstmals sanft aber bestimmt mit einem Apple Computer und der Apple Schnittsoftware Final Cut. Höchst skeptisch beäugte ich diesen Computer, der noch nicht einmal eine rechte Maustaste hatte. Und auch ein paar Vorurteile über Final Cut hatte ich schon gelernt.
Es folgte eine Zeit, in der Apple und Windows – und somit auch Final Cut und AVID in meinen Gedanken und auch in der Praxis einigermaßen friedlich koexistierten. Doch dann gab es einige aha-Erlebnisse, gefolgt von das-gibts-doch-nicht!-Erkenntnissen und das ganze begann zu kippen. Ich wurde begeisterter Final Cut und Apple Fan! (Heute hat sich die Begeisterung wieder zu professioneller Anerkennung zurückentwickelt, da sich auch Apple hin und wieder ein paar grober Schnitzer leistet.)
Was war geschehen? Die Begeisterung rührte daher, dass die Software-Suite Final Cut Studio mit ihren Programmen in der Lage war, sämtliche Arbeitsvorgänge die dem Abschluss der Dreharbeiten folgen, also Schnitt, Titeldesign und Animation, Farbkorrektur, Sounddesign und Tonmischung, aber auch das Gestalten und Programmieren von DVDs sowie die Codierung von Filmen für das Internet – also wirklich sämtliche Arbeitsvorgänge – ohne nennenswerte Probleme abzubilden. Die Programme für die verschiedenen Arbeitsgänge greifen problemlos ineinander und ergänzen sich fantastisch.
Besonders ein Programm wie Motion dürfte von den allermeisten meiner Kollegen grandios unterschätzt werden. Die “richtigen” Profis schmunzeln angesichts der einfachen Benutzeroberfläche und scheinbar eingeschränkter Möglichkeiten und für ambitionierte Laien dagegen sieht es schon zu kompliziert aus. Wer sich aber damit beschäftigt entdeckt, dass dieses Programm sehr erwachsene Möglichkeiten für stylische Bildkompositionen und Titeldesigns bietet, für die man als Cutter normalerweise auf die Hilfe von Kollegen aus den Abteilungen Animation-und Compositing angewiesen ist.
Ähnlich verhält es sich mit Soundtrack. Jedem einigermaßen musikalischen Mensch eröffnet sich hier die Möglichkeit, auf Basis einer kreativ wie qualitativ hochwertigen Sound-Bibliothek eigene musikalische Werke zu schaffen und Hollywood-verdächtige Sound-Designs zu kreieren. Jeder Industriefilm-Kunde wird es danken, spätestens wenn so lästige GEMA-Gebühren für Messeauftritte und DVD-Produktionen überflüssig werden.
Aber ich schweife ab ins Detail.
Heute schreiben wir Final Cut Version sieben und ich arbeite noch immer leidenschaftlich gern in dieser Softwareumgebung. Ich habe inzwischen etliche Werbe- und Kurzfilme aber auch zwei abendfüllende Dokumentationen (zuletzt: “Revolution 2012“) mit Final Cut Studio geschnitten und gestaltet.
Natürlich gibt es eine Gefahr: Die intuitive Bedien-Oberfläche lädt dazu ein, chaotisch-kreativ mit dem Programm umzugehen und da alle Basisfunktionen auf Anhieb verständlich sind, übersieht man leicht die für den Profi wichtigen “Profi-Funktionen” und meint dann, es gäbe sie nicht.
Wer aber Final Cut mit dem gleichen Respekt begegnet, den jede andere professionelle Software in diesem Bereich fordern würde, der erhält ein Werkzeug, mit dem in kürzester Zeit eindrucksvolle Werke kreiert werden können.
Bei Public Lounge Mediaproduction bin ich heute für ein Postproduktions-Netzwerk mit 5 Final Cut Systemen verantwortlich, die – trotz gelegentlicher “Macken” – seit 2 Jahren zuverlässig Dienst leisten. Alle Schnittplätze greifen über ein 4 Gigabit Video-SAN auf den zentralen Videodatenspeicher zu.
Im Mittelpunkt steht seit neustem ein Final Cut Server als Media-Asset-Management. Doch leider scheitert es derzeit noch am Faktor Mensch, diesen sinnvoll-reibungslos in die Postproduktionsabläufe einzubinden. Die dann notwendigerweise einzuhaltenden Arbeitsabläufe und “Prozesse” stören die Kreativität eben doch enorm
Hinweis:
Ab Herbst 2010 biete ich Final Cut Intensiv-Schulungen für neugierige Kollegen an, die z.B. Job-bedingt kurz- oder mittelfristig von AVID oder anderen Systemen auf Final Cut umsteigen wollen.
In Wochenend-Seminaren werde ich – ebenfalls ab Herbst – Grund- und Aufbaukurse für Final Cut, Motion, DVD Studio und Soundtrack anbieten.
Mehr Informationen dazu gibt es bald an dieser Stelle im Internet.

